Über vielen Standardschränken bleibt Platz frei – manchmal nur wenige Zentimeter, manchmal auch bis zu einem halben Meter. Egal wie groß die Lücke ist, dort sammelt sich Staub, abgestellte Dinge wirken unaufgeräumt oder wertvoller Stauraum bleibt schlicht ungenutzt. Ein deckenhoher Schrank schließt genau diese Lücke und bringt gleich mehrere Vorteile mit sich. Jeder zusätzliche Zentimeter Höhe schafft mehr Stauraum, ohne dass der Schrank breiter werden muss, was besonders in kleinen Räumen nützlich ist. Gleichzeitig verschwindet die offene Fläche oben auf dem Schrank und damit auch der klassische Staubfänger. Optisch wirkt ein Raum mit deckenhohem Schrank ruhiger. Die Wand wird durchgängig genutzt, ein Bruch zwischen Möbel und Decke gibt es nicht mehr. Bei niedrigeren Räumen kann das sogar den Eindruck von mehr Höhe erzeugen.
Der erste Gedanke, um das zu erreichen, ist oft ein fertig gekaufter, deckenhoher Schrank. Serienmöbel kommen allerdings in Standardhöhen. Echte Räume weichen davon fast immer leicht ab. Am Ende bleibt in vielen Fällen trotzdem eine Lücke zur Decke, selbst wenn sie nur noch wenige Zentimeter groß ist. Eine andere Möglichkeit ist die Maßanfertigung beim Schreiner. Die passt zwar genau, kostet aber meist deutlich mehr. Ist bereits ein Schrank vorhanden, bleibt der dabei zudem oft ungenutzt, obwohl er möglicherweise noch gut in Schuss ist. Dabei lässt er sich ganz einfach weiterverwenden, und genau das macht das Selberbauen zu einer naheliegenden Option. Wer schon einen Schrank besitzt, muss dafür nicht bei null anfangen. Und mit ein paar Tricks ist das auch gar nicht so schwer, wie es zunächst erscheinen mag.

Deckenhoher Schrank selber bauen – 3 Möglichkeiten
Ist bereits ein Schrank vorhanden, gibt es drei Wege, ihn selbst bis zur Decke zu erweitern. All diese Möglichkeiten lassen sich mit etwas handwerklichem Geschick auch selbst gut umsetzen. Der Unterschied liegt vor allem in der Optik am Ende.
Die gängige Schrank-Erweiterung

Bei einer deckenhohen Erweiterung mit Türverlängerung oder Aufsatzkorpus kommt es auf den Standort des Schranks an. Steht er komplett in einer Nische, sind die Seiten ohnehin von der Wand verdeckt, das spielt dann keine Rolle. Frei im Raum sieht das anders aus. Dort bleiben die Seiten bei einer reinen Türverlängerung offen sichtbar. In diesem Fall werden zusätzliche Seitenblenden notwendig, um die Optik zu vervollständigen. Eine andere Möglichkeit ist der Aufsatzkorpus, der die Seiten direkt mitbringt und dieses Problem von vornherein löst. Ohne eine der beiden Lösungen bleibt die Seite oben offen und unschön. Und auch die Farbe der neuen Teile spielt eine Rolle, besonders wenn die vorhandenen Türen weiterverwendet werden sollen. Neue und alte Teile sollten im gleichen Dekor bestellt werden, damit am Ende alles wie aus einem Guss wirkt.
Was du dafür brauchst:
Bei der Türverlängerung
Beim Aufsatzkorpus
Für beide Varianten
Unser Tipp für die richtige Farbwahl: Gerade bei Weiß ist es manchmal schwierig, genau den richtigen Ton zu treffen. Unser Topweiß Matt kommt dem Weiß von der IKEA PAX-Serie am nächsten. Weitere Informationen und Tipps zur Auswahl findest du auch in unserem Guide.
Die cleane Lösung mit durchgehenden Türen

Bei dieser Variante wird die komplette alte Tür eines Schranks ausgetauscht, nicht nur verlängert. Statt zwei Teilen aus unterschiedlichen Bauphasen entsteht eine einzige Front, exakt zugeschnitten auf die eigene Deckenhöhe. Weil die komplette Tür ersetzt wird, ist man dabei nicht ans alte Dekor gebunden. Es lässt sich genauso gut eine neue Farbe oder ein komplett anderer Look wählen, zum Beispiel eine Holzoptik statt der bisherigen weißen Front. Der Schrank bekommt damit nicht nur mehr Höhe, sondern kann gleich noch einen neuen Stil bekommen. Am Ende sieht man keine Fuge und keinen Bruch zwischen zwei Teilen und dein klassischer Kleiderschrank sieht aus wie ein maßgefertigter Einbauschrank.
Was du dafür brauchst:
Schritt für Schritt zu deinem deckenhohen Schrank
1. Situation prüfen
Bevor es losgeht, lohnt sich ein Blick auf den vorhandenen Schrank und seinen Standort. Steht er komplett in einer Nische, spielt die Optik der Seiten keine Rolle, weil sie ohnehin von der Wand verdeckt werden. So kannst du allein über die Türen eine Optik erzielen, die einem echten Einbauschrank sehr nahekommt, auch ohne dass der Schrank tatsächlich eingebaut ist. Steht er dagegen frei im Raum, kommen später noch passende Seitenteile ins Spiel.
2. Deckenhöhe messen
Wenn du einen deckenhohen Schrank selber bauen möchtest, solltest du für den Zuschnitt der Fronten besonders genau messen. Decken sind selten perfekt gerade, deshalb empfehlen wir, an mehreren Stellen zu messen und den kleinsten Wert zu nehmen. Miss dafür am besten rechts am Schrank, links am Schrank und mittig über dem Schrank und wähle anschließend den niedrigsten der drei Werte aus. Von diesem Wert ziehst du noch 3 Zentimeter ab, das Ergebnis ist deine endgültige Türlänge. So bleibt am Ende garantiert genug Platz, ohne dass die Tür irgendwo anstößt.
3. Dekor wählen
Wenn du deine bisherigen Schranktüren weiterverwenden möchtest, sollte die Verlängerung möglichst genau dieser Farbe entsprechen. Entscheidest du dich für neue durchgehende Türen, bist du freier in der Wahl und kannst deinem Schrank bewusst einen neuen Look geben. Bei Mainzuschnitt steht dafür eine große Dekorauswahl zur Verfügung. Einige unserer Standardtöne entsprechen dabei ziemlich genau den Farben, die IKEA bei seinen PAX-Schränken verwendet, wodurch du deinen klassischen IKEA-Schrank zu einem deckenhohen verwandeln kannst. Topweiß Matt kommt dem Weiß von IKEA am nächsten, Champagner trifft am ehesten den Farbton Greige. Daneben gibt es noch viele weitere Farben und Holzdekore, mit denen sich jeder Schrank passend gestalten lässt.
4. Fronten bestellen
Stehen Maße und Dekor fest, kannst du dir für deinen deckenhohen Schrank maßgefertigte Fronten ganz einfach online bestellen und liefern lassen, zum Beispiel bei Mainzuschnitt. In unserem Shop wählst du ganz unkompliziert dein Dekor aus und gibst die zuvor ermittelten Maße ein, bei Bedarf gleich inklusive der passenden Seitenteile. Anschließend kommen die passenden Fronten für deinen deckenhohen Schrank direkt zu dir nach Hause. Auch die passenden Scharniere werden gleich mitgeliefert, sodass du für die Montage nichts Zusätzliches besorgen musst.
5. Türen montieren
Zum Schluss folgt die Montage. Die alte Tür wird abgenommen, und die neue Front wird mit den mitgelieferten Scharnieren an der bestehenden Position befestigt. Meist lässt sich das in kurzer Zeit erledigen. Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern findest du in unserer Anleitung zum PAX-Türen-Austausch.
Hinweis: Wir stehen in keiner Verbindung zu IKEA.
Mainzuschnitt steht in keinerlei Verbindung zu IKEA. Wir sind ein unabhängiger Anbieter und fertigen maßgefertigte, individuelle Fronten, die mit dem IKEA PAX Schranksystem kompatibel sind.
